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1. Bayer. Schultheatertage Weilheim 2005 Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Montag, 19. Dezember 2005

Zentrale Schultheatertage - Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Bayern


Endlich – die „Zentralen Bayernweiten Schultheatertage“ für die Grund-, Haupt- und Förderschulen!

 

Zum ersten Mal wurden „Bayerische Schultheatertage der Grund–, Haupt– und Förderschulen“ durchgeführt, und zwar vom 04. Juli bis zum 07. Juli 2005 in Weilheim OB. Veranstaltet wurde dieses Theaterfestival mit ca. 300 Teilnehmern vom Pädagogischen Arbeitskreis Schulspiele. V. – PAKS –, unter der Schirmherrschaft des Kultusministers und in Zusam-menarbeit mit den Schulabteilungen der Regierungsbezirke. Gastgeber und auch Mitver-anstalter war die Regierung von Oberbayern.

13 Schultheatergruppen aus Bayern stellten ihre Theaterproduktionen einander vor. Die Aufführungen der Gruppen gaben einen allgemeinen Einblick in die musische Arbeit an den bayerischen Grund–, Haupt– und Förderschulen. Gleichzeitig begegneten sich spielbegeisterte Schüler/innen und Lehrer/innen verschiedener Schularten und tauschten ihre Erfahrungen aus. In Workshops hatten alle Teilnehmer/innen Gelegenheit sich von erfahrenen Referent/innen im Theaterhandwerk fortbilden zu lassen. Eröffnet wurde dieses erstmals stattfindende Schul-theaterfestival im Stadttheater. Untergebracht waren die Teilnehmer in der Ammerschule in Weilheim.

Die Koordination der verschiedenen Gruppen, die sich verantwortlich zeigten für die Organi-sation des Festivals – zu nennen sind der PAKS–Vorstand, das oberbayerische Organisa-tionsteam, die regionalen Ansprechpartner, das Team der Ammerschule, die Schulabteilungen der Regierungsbezirke und insbesondere die Regierung von Oberbayern mit dem Ltd. Regie-rungsschuldirektor Werner Merl – gelang hervorragend! Ohne finanzielle Unterstützung wäre heutzutage ein solches Festival nicht auf die Beine zu stellen, deshalb gilt allen Förderern dieses Festivals, dem Kultusministerium, dem bayerischen und oberbayerischen Sparkassen-verband, dem Landkreis und der Stadt Weilheim i. OB , an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön. Die Teilnehmer/innen, 300 an der Zahl, fühlten sich, das kann man ohne Übertreibung sagen, auf diesem Festival sehr wohl und das Schultheater konnte wieder einmal beweisen, dass es mehr ist als nur ein Spiel mit oder ohne Masken.

Der lange Anlauf über die regionalen zu den zentralen Schultheatertagen im Grund-, Haupt- und Förderschulbereich war notwendig, um die organisatorischen und spielerischen Voraus-setzungen für ein bayernweites Festival zu schaffen. In den regionalen Festivals bzw, an dem regionalen Schulspieltag wurde all die Jahre bereits sichtbar, dass Schultheater wahrgenommen werden und sich positionieren möchte, dass es sein Ansehen in der Öffentlichkeit festi-gen und damit einen auch wesentlichen Beitrag zum Bild einer lebendigen Schule leisten möchte.

Die Schultheaterspieler/innen konnten bei den regionalen Theatertagen bereits die Erfahrung machen, dass ein Auftritt vor einem größeren, weitgehend unbekannten und auch fachkundi-gem Publikum etwas anderes bedeutet als ein Heimspiel. Es gelang deshalb auch den Schü-lern und Schülerinnen in Weilheim immer wieder ihr Publikum zu beeindrucken, zu rühren oder manchmal sogar wachzurütteln. Sie lernten dabei sich vor einer größeren Öffentlichkeit – auch ohne den (elterlichen) Heimvorteil – spielerisch auszuprobieren und mit überraschen-den Reaktionen des Fachpublikums umzugehen. Die von ihnen dabei verlangte Ausdauer, Disziplin und Teamfähigkeit wurde gerne geübt!

Es ließ sich zudem nicht übersehen, dass in diesen Jahren der Vorbereitung durch die regiona-len Schultheatertage die qualitativen Standards im Schultheater der Grund-, Haupt- und För-derschulen angehoben werden konnten und zukünftig wohl auch noch weiter angehoben werden! Alles das schaffte hervorragende Voraussetzungen dafür, den Kindern, den Jugendlichen und den Spielleiterinnen unserer Schulart bayernweite Theatertage anzubieten. Die Kollegen und Kolleginnen aller Regierungsbezirke konnten sich – genau wie ihre Schü-lerinnen und Schüler - in Weilheim austauschen, an gemeinsamen Workshops teilnehmen und sich vor allem gegenseitig ihre Produktionen zeigen, um schließlich mit neuen Impulsen und einem geschulteren Blick in ihre Region zurückzukehren, was ihnen seit vielen Jahren die anderen Schularten – die Realschulen und die Gymnasien – voraus hatten. Auch die Kinder und Jugendlichen in Weilheim stellten mit Erstaunen fest, dass man im unterfränkischen Glattbach, im oberfränkischen Eggolsheim, im mittelfränkischen Wendelstein, im ober-pfälzischen Tirschenreuth und in Wiesent, im niederbayerischen Zwiesel, im schwäbischen Sonthofen und in Neusäß, im oberbayerischen Bad-Tölz, Weilheim und München sowie an Grund–, Haupt– und Förderschulen begeistert Theater spielt und sich sogar über die verschie-denen Dialekte und Schularten hinaus versteht. Wenn das alles kein Grund ist ... endlich ...!

In diesem Sinne: Auf ein Wiedersehen bei den „2. Bayernweiten Schultheatertagen“.

 

Heike Frenzel

(PAKS–Vorstand)


Auf vielfachen Wunsch stellen wir das Programm der 1. Theatertage 2005 und die Festivalzeitung Spotlight hier zum Download bereit.

Viel Spaß und nochmals herzlichen Dank!

Stückbesprechungen und Workshops


Im Anschluss an jede Vorstellung fand jeweils direkt auf der Bühne eine Stückebesprechung statt, die von Moderatoren des Organisationsteams geleitet wurde. "Experten" aus den Spielgruppen, die sich im Vorfeld schon Fragen überlegt und je ein Stuck genauer angeschaut hatten sowie Interessierte aus dem Publikum, tauschten sich mit den Spielern aus über:
– Inhalte,
– Herangehensweise,
– Bühnenbild,....
Kritische Fragen wurden ebenso gestellt wie Lob und Begeisterung ausgedruckt.

Parallel zur Kennenlernparty und einem breit gefächerten Angebot an Workshops für die Schüler, trafen sich die Lehrer zu Spielleiterbesprechungen. Da bei einer Vielzahl der dargebotenen Stücke das Hauptinteresse auf den Text, die Sprache gerichtet war, stand am Ausgangspunkt der Besprechungen die Frage "Was macht Theater aus?".
In einem Brainstorming wurden die "Bausteine des Darstellenden Spiels" erarbeitet (siehe Abb.). Die eigenen Produktionen galt es zu hinterfragen auch nach der Gewichtung des an einer Produktion beteiligten Faktoren, die eine Theateraufführung zum Erlebnis werden lassen. Der Eigenanteil der Spieler am Entstehungsprozess, der Einsatz von Requisiten und Licht sorgten ebenso für rege Diskussion wie die provozierende Frage "Wieviel Technik braucht Schülertheater?". Überlegungen über die Auswirkungen eines anderen Spielortes für einzelne Produktionen rundeten die Gespräche ab. Einen wichtigen Impuls gab die Grafik aus “Bausteine des Darstellenden Spiels” von C.Bubner/C.Mienert, Frankfurt 1985, S.5

Katharina Bönisch


 
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 24. Januar 2010 )
 
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